Mit Hilfe des folgenden Fragebogens können Sie feststellen, ob genügend Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Person, um die es geht möglicherweise an einer Ess-Störung leidet.

Zwar sollte man nicht den Detektiv spielen oder die Situation aufbauschen; aber es hat keinen Zweck, vorzugeben, alles sei in Ordnung, während man gleichzeitig verschiedene merkwürdige Dinge feststellt.

Überprüfen Sie bitte, ob folgende Aussagen zutreffen, und bewerten sie die Antworten mit JA oder NEIN. Fällt die Entscheidung schwer - ist die Aussage "mehr oder weniger bzw. vermutlich" zutreffend.

Beachten Sie bitte: Eine Diagnose kann per Fragebogen nicht gestellt werden. Dies kann nur eine ausgebildete Fachkraft tun.


   
Ja
mehr od.
weniger/
vermutlich
Nein
1. Vermeidet gemeinsame Mahlzeiten mit anderen oder erscheint so spät wie möglich am Tisch.
2. Ist während der Mahlzeiten sichtlich angespannt.
3. Reagiert während der Mahlzeiten gereizt oder aggressiv.
4. Schneidet zunächst das Essen in kleine Stücke.
5. Beschwert sich über "zu viel" oder "zu fettes" Essen.
6. Hat bestimmt "Ess-Spleens" (will immer etwas ganz Besonderes).
7. Versucht, in Bezug auf das Essen zu verhandeln (z. B.: "Gut, ich esse das hier, wenn ich das da nicht zu essen brauche.").
8. Stochert im Essen herum oder isst sehr langsam.
9. Isst vorzugsweise Diätprodukte (mit wenig Kalorien).
10. Gibt nur selten an, Hunger zu haben.
11. Hilft gern in der Küche und kocht gern, probiert und isst aber kaum.
12. Übergibt sich nach Mahlzeiten.
13. Lässt bei den Mahlzeiten Essen in Taschentüchern, der Kleidung oder in der Handtasche verschwinden.
14. Wirft heimlich Nahrungsmittel weg (nach draußen, in den Abfalleimer, in die Toilette oder den Ausguss).
15. Versteckt oder hortet Lebensmittel oder Süßigkeiten.
16. Isst allein, heimlich oder zu ungewöhnlichen Zeiten (z. B. sehr früh am Morgen oder sehr spät Abends).
17. Macht ungern Besuche und geht ungern auf Partys (weil sie dort "verpflichtet" wäre, etwas zu essen).
18. Kann manchmal nur schwer aufhören zu essen oder verschlingt ungewöhnlich große Mengen an Lebensmitteln oder Süßigkeiten ("Fressattacken").
19. Klagt häufig über Verstopfung.
20. Nimmt (oder verlangt) häufig Abführmittel.
21. Hält sich - auch trotz Gewichtsabnahme - für zu dick.
22. Spricht viel vom Abnehmen, von Diäten und einer guten Figur.
23. Verlässt während der Mahlzeiten häufig den Tisch (um beispielsweise etwas in die Küche zu bringen).
24. Bewegt sich viel oder sitzt so wenig wie möglich.
25. Ist so aktiv wie möglich (macht beispielsweise im Zimmer sauber oder räumt den Tisch ab).
26. Treibt viel Sport.
27. Ist sehr fleißig in Schule, Studium oder Beruf.
28. Ist nur selten müde und ruht sich nur wenig oder überhaupt nicht aus.
29. Hält sich für "gesund" oder "normal".
30. Geht nur widerstrebend zum Arzt oder will sich nicht medizinisch untersuchen lassen.
         
       

Dieser Fragebogen wurde dem Buch: "Magersucht und Bulimie - ein Ratgeber für Betroffene und ihre Angehörigen", erschienen im Verlag Hans Huber, 2000, entnommen und mit freundlicher Genehmigung der Autoren Prof. Dr. Walter Vandereycken und Prof. Dr. Rolf Meermann verwendet.